Einspruch von André Auderset

Nur SBB Cargo gewinnt, wenn der neue und moderne Terminal auf dem ehemaligen DB-Gelände gebaut wird, insinuiert Mischa Hauswirth in seinem Artikel – und geht dabei von einer völlig falschen Grundannahme aus: Mit den 150 Mio., die der Grosse Rat mit überwältigende Mehrheit bewilligt hat, wird nicht „ein neuer Umschlagsplatz für die defizitäre SBB Cargo“ gebaut. Das Geld wird ausschliesslich für den Bau eines neuen Hafenbeckens eingesetzt, WENN der neue Terminal gebaut wird. Dieser wird vom Eigner-Konsortium finanziert, wie bei allen solchen Terminals auch mit Bundeshilfe.


Falsch gedacht ist auch der Ansatz, für den Verkehr von Basel etwa nach Winterthur würden ohnehin keine Container auf die Bahn geladen. Die Schweiz ist das Land der Anschlussgleise, sogar das tägliche Brot von der Migros wird per Bahn von der Zentralbäckerei in die Regionalzentren verteilt. Mit einem trimodalen Terminal können die Container problemlos vom Schiff auf die Bahn transferiert werden. Werden die Behälter mangels Infrastruktur bereits in Kembs oder Mülhausen vom Schiff genommen, fahren sie garantiert per Lkw zu den Schweizer Bestimmungsorten. Ein neuer Terminal inklusive Hafenbecken entlastet also massiv die Schweizer Autobahnen. Deshalb ist auch der Verein Alpeninitiative unter den Befürwortern. Das Argument des Klimaschutzes ist eben kein „fauler Trick“, sondern ein echter Vorteil des Projekts.


Die Frage der Ersatzflächen für die auf dem Gebiet befindlichen Pflanzen und Tiere ist eine wichtige. Der Autor erklärt die dafür getätigten Anstrengungen ohne Faktennachweis für untauglich. Dabei wird zum einen das Gelände bei weitem nicht vollständig asphaltiert. Es bleiben Wanderkorridore offen und ein grosser Teil der Fläche bleibt Schiene-Schotter, so wie es auch auf dem badischen Rangierbahnhof der Fall war. Zum anderen wurde, unterstützt von Biologen und Umweltwissenschaftlern, ein fachgerechtes ökologisches Konzept entwickelt, um den auf dem Areal beheimateten Arten neue Lebensräume zur Verfügung zu stellen.


Recht hat der Autor mit der Feststellung, dass über die ökologischen Fragen das Bundesamt für Umwelt und dann wohl die Gerichte entscheiden werden. Fällt das Projekt in dieser Interessenabwägung durch, gibt es logischerweise auch kein Hafenbecken 3. Mit einem Ja vergibt sich der Basler Bürger und Steuerzahler also gar nichts. Der absolute Worst Case wäre, wenn der Terminal gebaut wird, aber wegen eines Neins des Basler Souveräns ohne Hafenbecken. Neben einem potenten Schienen-Strassen-Terminal würde der „Rest-Hafen“ dann ohne Anschluss verkümmern. DAS wäre dann tatsächlich eine faule Sache für unsere Region und für unseren Hafen. Mit einem Ja am kommenden Sonntag dagegen sind wir für die Zukunft gerüstet, egal wie diese hinsichtlich neuem Terminal aussieht. DAS ist ein guter Deal! Wir sollten ihn nicht ausschlagen.


André Auderset, Geschäftsführer Schweizerische Vereinigung für Schifffahrt und Hafenwirtschaft (SVS)


Dieser Leserbrief wurde am 25. November in der Basler Zeitung veröffentlicht.




Kontakt

 

JA zum Hafenbecken 3 

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